Samstag, 15. Oktober 2016
Der Klassiker
Die Situation könnte klassischer nicht sein: mein schöner Nachbar, welchen ich vor Jahren gerne (leider erfolglos) auf mich festgenagelt hätte, verspürt seit einigen Wochen liebevolle Gefühle für mich. Doch leider ist er mittlerweile liiert, weshalb ich (leider auch erfolglos) versuche, meine nicht minder liebevollen Gefühle für ihn im Zaum zu halten. Nun spricht er seit Tagen von einer "zeitnahen" Offenlegung unseres Miteinanders gegenüber seiner offiziellen Liebsten. Was ist das denn? Zeitnah? Dieses Wort wurde von Diplomaten und Politikern schon so oft überstrapaziert, dass man es gar nicht mehr ernst nehmen kann.
Ich kann mir meine Position nun aussuchen: verzweifelte Geliebte, welche den Erwählten abwechselnd anfleht, droht, manipuliert, damit er alleinig ihr gehört; oder die entspannte Freundin, welcher es demonstrativ egal ist, wie und mit welcher Entscheidung er sein Leben weiterlebt. Ich nehme Letzteres und versuche mein Bestes, aus der Freundschaft nicht immer wieder eine Freundschaft plus werden zu lassen.
Heute schaffte ich es, und gestern auch.
Wobei ich ehrlicherweise gestehen muss, dass ich zyklusbedingt etwas unpässlich bin, und somit schon viel restistenter gegenüber seinen zärtlichen Versuchen.

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Donnerstag, 29. September 2016
Fallstrick
Fehlt mir das Gefühl für Anstand (Abstand?) oder ihm die soziale Komponente in seinem Verhalten?
Da gibt es unglaublicherweise einen Menschen, welchen man prinzipiell telefonisch nicht ereichen kann. Er nimmt einfach nie ab. Man muss sich per SMS anmelden, und entweder schriftlich das Anliegen vortragen, oder einen Telefontermin vereinbaren. Ich finde das schräg. Aber am schlimmsten finde ich, dass ich mir genau diesen Menschen ausgesucht habe. Um was? Ihn davon zu erretten? Mir zu beweisen, dass ich der erste (und vielleicht einzige) Mensch sein werde, bei dem er seine Prinzipien fallen läßt?
Wohl eher, um mir selbst das Leben schwer zu machen. Männer, welche gleich mit Liebesschwüren, Hochzeitstermin und gemeinsamer Lebensplanung kommen, sind langweilig.
Es muss schon ein richtig harter Brocken sein.
Das ist ER definitiv.
Vielleicht ist das Warum auch egal. Nur wichtig das Laß es sein!.
Ich stehe wieder und immernoch ganz am Anfang meines Weges.
Ich werde ihn am Wochenende treffen, Liebe erhoffen und freundliche Distanziertheit finden.

rewind <<
Ich werde eine schöne Zeit ohne ihn haben.
Und den Moment, in welchem wir uns sehen, entspannt genießen und danach cool in meine Tasche packen.

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Mittwoch, 28. September 2016
Der Weg zu mir
Gestern hatte ich mich selber abgeschossen. Platt gemacht, sozusagen.
Eine Reihe von Findlingssteinen lockte zum Springen, so ganz sportlich von Stein zu Stein. Es war aber morgens und alles voller Tau. Das registrierte ich erst, als ich auf den ersten Findling sprang und meine Füsse sofort wegrutschten.
Steiss auf Stein. Dann eine Schmerzwelle.
Heute geht es schon besser, ich laufe im Tempo meiner Oma und heruntergefallene Dinge lasse ich einfach liegen.
Aber, indem ich ständig in meinen Körper hineinhöre, was mir guttut und was wehtut, erfahre ich Dinge, die mir völlig neu sind. Nicht neu im Sinne von überraschend, sondern von verschollen und wiederentdeckt.
Ich mag in der Wanne zu liegen. Stundenlang. Mit einem Glas Eierlikör und einem witzigen Buch.
Ich mag Körperübungen (man könnte es auch sanfte Gymnastik nennen) in Kombination mit den Filmmusiken eines Freundes. Das ist entspannend. Für den Steiss und für den Geist.
Ich werde noch mehr wiederentdecken. Die Zeit ist gerade reif dafür.
Findlingen werde ich jetzt aber trotzdem immer mit Vorsicht begegnen. Und meine Springlust eher zu den trockenen Tageszeiten ausleben.

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